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Tiervermittlung & Adoption

"Zuflucht für Tiere in Not“ – unter diesem Motto steht unsere Arbeit im Tierheim, welches aus diesem Grund viel Platz für allerhand Fellkinder bietet. Haben Sie den Entschluss gefasst, einen Vierbeiner in Ihr Leben zu lassen, schauen Sie sich daher bitte zunächst bei uns um. Unsere Mitarbeiter beraten Sie kompetent und gewissenhaft, um den passenden Mitbewohner für Sie zu finden.
Derzeit beherbergen wir inklusiver aller Tiere, die sich in unseren Außen- und Pflegestellen befinden rund 40 Hunde, 100-150 Katzen, einige Meerschweinchen und Kaninchen, sowie hin und wieder auch Wellen-, Nymphensittiche oder andere kleine Ziervögel.

Bitte denken Sie vor der Aufnahme eines Tieres ehrlich darüber nach, ob Sie ihm nicht nur in den ersten Wochen, sondern sein restliches Leben lang gerecht werden können.
Dies betrifft sowohl die tägliche Fütterung, Beschäftigung und Pflege, als auch Urlaubsplanung, Steuer- und Versicherungskosten und die tierärztliche Versorgung. Zudem sollte der gesamte Haushalt mit dem neuen Mitbewohner einverstanden sein, der Sie während eines längeren Lebensabschnitts begleitet.

Fällt die gemeinsame Entscheidung zugunsten eines Tierheimtieres aus, beachten Sie bitte folgendes:
- Wenn Ihnen eines unserer Tiere besonders ins Auge gefallen ist kommen Sie mit allen im Haushalt lebenden Personen zu uns und bringen Sie ausreichend Zeit mit. Nicht nur wir möchten Sie als Interessenten gern näher kennenlernen, auch Sie sollten sich vor der Adoption mit Ihrem Schützling in spe anfreunden und schauen, ob Sie miteinander harmonieren.
- Planen Sie gerade bei Hunden mehrere Besuche ein, um ihn bei gemeinsamen Spiel- und Gassistunden besser kennenzulernen.
- Haben Sie schon einen Hund und wollen Ihr Rudel erweitern, dann schauen Sie dennoch bei Ihrem ersten Besuch bei uns ohne tierische Familienmitglieder vorbei. Beim ersten Kennenlernen haben Sie selbst so die Möglichkeit, den neuen Vierbeiner ohne Ablenkung genauer kennenzulernen und können mit der Pflegerin in Ruhe die Zusammenführung planen. Später können sich dann die Vierbeiner untereinander beschnüffeln und wir sehen, ob sich diese „grün“ sind und charakterlich wirklich zueinander passen.
(Für Katzen und Kleintiere ist dieses Vorgehen auf dem Tierheimgelände nicht möglich.)
- Bitte beachten Sie die Ausführungen des Hundegesetzes Ihres Bundeslandes, klären Sie Fragen rund um Steuer, Anmeldung in Ihrer Gemeinde und Abschluss der Haftpflichtversicherung.
(Für Sachsen-Anhalt: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/service/hundegesetz-und-hunderegister/)
- Wohnen Sie zur Miete, benötigen Sie für die Haltung eines Hundes das schriftliche Einverständnis Ihres Vermieters.

 Wenn alles soweit ist, die Vorkontrolle positiv ausfiel und der Tag der Adoption ansteht, bringen Sie bitte Ihren gültigen Personalausweis und Bargeld für die Entrichtung der Schutzgebühr mit.
Im Zuge der Vermittlung können Sie Ihr neues Familienmitglied direkt über uns kostenlos beim Deutschen Haustierregister anmelden lassen.
Gern stehen wir Ihnen auch nach der Vermittlung bei Fragen zur Seite.
Wir freuen uns außerdem immer über Foto- und/oder Videozusendungen aus dem neuen Zuhause!


Abgabe eines Tieres

Nicht nur in der Feriensaison werden häufig Tiere ausgesetzt. Auch während der restlichen Zeit des Jahres werden Hunde vor Geschäften angebunden und nicht wieder abgeholt, Katzen bei einem Umzug zurück- und ihrem Schicksal überlassen, Kleintiere im Park „entsorgt“.
Haben diese Vierbeiner Glück, kommen sie ins Tierheim, werden medizinisch grundversorgt und nach einer ausreichenden Kennenlernphase vielleicht auch gut vermittelt. Ihre Geschichte allerdings bleibt ungeklärt.

Müssen Sie sich von Ihrem Tier trennen, bedenken sie, dass für den Vierbeiner in der Regel eine Welt zusammenbricht, wenn er seine Bezugsperson verliert. Wir bitten Sie daher, sich zuerst im privaten Umfeld umzusehen. Gibt es gute Bekannte oder Familienmitglieder, welche das Tier bereits kennt und ins Herz schließen konnte, die es bei sich aufnehmen können?
Nehmen Sie ein potentielles neues Zuhause für Ihr Tier genau unter die Lupe! Leider locken immer mehr Tierhändler mit angeblichen freien Pflegeplätzen, die sie kostenlos zur Verfügung stellen können. (Was die Vierbeiner dort in Wirklichkeit erwartet, kann über Verwahrlosung und/oder Ausbeutung bis hin zu Gewalt oder Missbrauch zur Gewalt (Stichwort: Hundekämpfe) gehen.)

Sollten Sie auf eigenem Weg keine Lösung finden, wenden Sie sich an uns und wir versuchen Ihnen zu helfen. So können wir Ihnen Vermittlungshilfe anbieten, damit Ihr Tier noch eine gewisse Zeit bei Ihnen leben kann, bis ein geeigneter Platz gefunden ist. Ihrem Tier wird dadurch der Stress erspart, dem es im Tierheim durch die vielen fremden Artgenossen und Menschen, dem Umfeld und sonstigen Eindrücken ausgesetzt ist.

Wenn eine Notlage besteht oder sich kein neuer Besitzer findet, ist das Tierheim selbstverständlich bereit, Ihnen zu helfen. Da unsere Kapazitäten begrenzt sind, erkundigen Sie sich bitte telefonisch, ob wir Ihr Tier aufnehmen können, bevor Sie zu uns kommen.

Bitte beachten Sie, dass nur der Besitzer persönlich sein Tier abgeben kann. Ist dies begründet nicht möglich, kann er eine schriftliche Vollmacht erteilen, die mit einer Kopie seines Personalausweises vorgelegt werden muss.


Hinweise zur Adoption eines als "gefährlich" eingestuften Hundes

Neben Fund- und Abgabetieren kommen auch immer wieder Hunde ins Tierheim, die von Amts wegen sichergestellt werden. Diese wurden rasseunabhängig aufgrund ihres Verhaltens und im Rahmen des Hundegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt als „gefährlich“ eingestuft.

„Ein gefährdendes Verhalten liegt vor, wenn der Hund eine gesteigerte Aggressivität aufweist und insbesondere Menschen oder Tiere gebissen oder sonst eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft gezeigt hat.“ (Landesverwaltungsamt (LVwA) Sachsen-Anhalt, 2017)

(Potentielle) Halter eines solchen „gefährlichen“ Hundes müssen gewisse Auflagen erfüllen, um den Vierbeiner (weiterhin) führen zu dürfen. Gerade diese zusätzlichen Bestimmungen bedeuten für die betroffenen Hunde in vielen Fällen einen längeren Aufenthalt bei uns. Und das, obwohl sie in der Regel lediglich eine kompetente Bezugsperson benötigen, die sie durch schwierige Situationen lotst und mittels positiven Trainingsmethoden und -erlebnissen an unerwünschtem Verhalten arbeitet.

Entscheidet ihr euch für die Adoption eines Hundes mit Vorgeschichte, mag euch der Weg zum Ziel nicht immer einfach vorkommen. Die Tierheimmitarbeiter werden euch in dieser Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen, eure Fragen beantworten und euch ggf. auch einen zertifizierten Hundetrainer vermitteln, der mit weiteren praktischen Tipps zum Bestehen der anstehenden Prüfungen beitragen kann.

Zunächst wird es nötig sein, dass ihr als neue/r Besitzer/in den Nachweis über die theoretische und praktische Sachkunde zum Führen eines als gefährlich eingestuften Hundes erbringt. Dies ist bereits vor der Abholung ins neue Zuhause notwendig.

1. Die theoretische Prüfung wird vom LVwA abgenommen und besteht aus einem Fragebogen, den ihr zur Vorbereitung bereits online abrufen und damit lernen könnt.

2. Der praktische Teil der Prüfung erfolgt durch eine anerkannte sachverständige Person und kann zum Beispiel bei uns im Tierheim auf dem Hundetrainingsplatz erfolgen. Bestandteile der Prüfung sind unter anderem Grundgehorsam und Leinenführigkeit mit und ohne Ablenkung, Mensch- und Hundebegegnungen, Bewältigung von Alltagssituationen und rücksichtsvolles Verhalten des Halters/der Halterin.

Konnte der Zweibeiner seine Kompetenzen unter Beweis stellen, wird nun auch noch der Vierbeiner geprüft. Er wird zum Wesenstest angemeldet, den er je nach Fall entweder vor der Adoption mit seinem neuen Menschen bestehen muss oder für den dem neuen Herrchen/Frauchen noch 6 Monate nach der Adoption eingeräumt werden. Dies hängt von den zuständigen Ämtern der neuen „Heimatgemeinde“ ab, die deshalb auch dringend vor der Adoption verständigt und danach befragt werden müssen. Bei dieser Gelegenheit sollte außerdem die Frage nach dem geltenden Steuersatz für eingestufte Hunde geklärt werden.

Der Wesenstest beinhaltet einen Frustrations-, Gehorsamkeits- und Lerntest. Außerdem wird das Verhalten in verschiedenen Situationen bewertet (Hunde- und Menschenbegegnung, Reaktion auf Alltagsgeräusche und -situationen wie Rasenmäher, Kinderwagen, Fahrräder etc.). Mit etwas Training und dem nötigen Vertrauen zwischen Zwei- und Vierbeiner sind diese Aufgaben für gewöhnlich keine größere Herausforderung, sodass wir auf viele glückliche Hund-Mensch-Paare blicken können, die diese Hürden bereits gemeinsam und mit Bravour genommen haben und nun nicht nur Haus und Hof, sondern vor allem auch ihr Leben (und oft genug auch das Bett) teilen.

Wir hoffen euch einen verständlichen Einblick in die Thematik „Adoption eines ‘gefährlichen‘ Hundes“ gegeben zu haben. Und vielleicht können wir auch euch bald mit einem unserer Vierbeiner in die Galerie der zertifizierten Kuschelmonster aufnehmen. Wir würden uns darüber riesig freuen

Bitte beachtet für weitere Informationen auch folgende weiterführende Links:

- Hundegesetz des Landes Sachsen-Anhalt (Kurzfassung und Infos zu Versicherung, Kennzeichnung etc.)
https://lvwa.sachsen-anhalt.de/service/hundegesetz-und-hunderegister/

- Verordnung zur Durchführung des Hundegesetzes in Sachsen-Anhalt (Langfassung, inkl. Informationen zur theoretischen und praktischen Sachkunde sowie zum Wesenstest)
http://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/jportal/portal/t/uuj/page/bssahprod.psml?doc.hl=1&doc.id=jlr-GefHuGDVSTrahmen%3Ajuris-lr00&showdoccase=1&documentnumber=3&numberofresults=26&doc.part=X&doc.price=0.0&paramfromHL=true#focuspoint

- Fragebogen des theoretischen Sachkundenachweises:
https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Dokumente/Fragenkatalog_MBl__LSA_38-2009.pdf